Digitalisieren, Bildqualität, Bildbearbeitung


Analog-Photos wurden ja mit unterschiedlich empfindlichen Filmen gemacht. Je grösser die Empfindlichkeit war, desto kürzer konnten die Belichtungszeiten oder desto kleiner konnte die Blendengrösse sein. Speziell für die Photographie von bewegten Objekten (z.B. fahrende Bahnen) war es wichtig, mit kurzen Belichtungszeiten arbeiten zu können. Das sprach für hochempfindliche Filme. Diese hatten aber den Nachteil, dass sie eine gröbere Korngrösse hatten (viele Analog-Photographen sprachen dann von Hühnerfutter-Film, wenn man beim Projizieren die einzelnen Körner erkennen konnte).

Zum Digitalisieren der Bilder verwende ich einen Flachbett-Scanner "Epson Perfection V550 Photo". Das ist eine Spezial-Auführung für das Scannen von Analog-Photos und deshalb ist dieser Scanner mit einer Durchlicht-Einheit im Deckel ausgerüstet. Da ich beim Digitalisieren meist nicht weiss, was für einen Film ich jeweils vor mir habe (feines oder grobes Korn), scanne ich vorsichtshalber alle Bilder mit einer recht grossen digitalen Auflösung (konkret 3'200 Pixel pro Zoll pro Dimension). Das sind immerhin fast 16'000 Pixel pro Quadratmillimeter, also wirklich komfortabel fein. Für 35mm-Dias entstehen dann Bilder von ca. 4'250 x 2'760 Pixel und die benötigen als JPG-Datei so um die 2 MB (rechnerisch kommt man auf viel mehr, aber jpg-Dateien verwenden ein ausgeklügeltes Komprimierungsverfahren). Das ist natürlich für die meisten Dias viel zu fein, aber Speicher ist ja heute nicht mehr teuer und den Nachteil der längeren Scan-Dauer nehme ich halt in Kauf. Wenn aber doch mal ein sehr feinkörniges Dia in guter Qualität dabei ist, bin ich damit auch auf der sicheren Seite.

Nun kommt die Bearbeitung der Bilder. Anfänglich habe ich mich gegen das Bearbeiten der gescannten Bilder gewehrt, weil ich sie so präsentieren wollte, wie Max sie hinterlassen hat. Nach mehreren Hinweisen und Ratschlägen von Besuchern der Website und einigen Versuchen meinerseits bin ich jetzt aber doch auf den Geschmack gekommen und habe meine Meinung geändert. Ich bearbeite die Bilder mit Adobe Photoshop CC in vier Schritten:

1) Gerade ausrichten. Ich drehe die Bilder, bis die vertikalen Kanten der jeweiligen Objekte (Häuser, Masten) auch auf dem Bild vertikal sind. Das ist nicht immer ganz einfach, denn je nach Perspektive sind z.B. die Masten nicht parallel, sondern vielleicht auf der linken Seite schräg noch rechts oben und auf der rechten Bildseite schräg nach links oben gerichtet (oder umgekehrt). In diesem Fall versuche ich einen Masten in der Bildmitte zu "vertikalisieren", oder interpoliere, wenn ein solcher fehlt. Machmal muss man Kompromisse eingehen, denn durch das Ausrichten der Bilder kann es vorkommen, dass beim Beschneiden der Bilder (nächster Schritt) interessante Details (z.B. Puffer, Pantograph, etc.) abgeschnitten würden. In so einem Fall nehme ich halt gelegentlich ein schräges Bild in Kauf.

2) Bild beschneiden. Ich scanne die Dias so, dass in der Regel oben, unten, rechts und links etwas Reserve vorhanden ist. Das ergibt dann pro Seite einen schwarzen Rand (unten in den Beispielen sieht man das deutlich). Dieser Rand muss beschnitten werden, so dass die Bilder letztlich schön rechteckig sind. Bei weniger interessanten Bereichen auf dem Bild (Himmel, Rasen, etc.) bin ich meist etwas grosszügig mit Beschneiden. Hingegen wo die Gefahr besteht, dass man beim Beschneiden interessante Details (z.B. einer Lok) wegschneidet, mache ich das so knapp wie möglich, auf die Gefahr hin, dass der Rand dann nicht ganz scharfkantig ist.

3) Kontrast- und Farbton-Korrektur: Beim Photoshop habe ich durchwegs gute Erfahrungen gemacht mit den Funktionen Auto-Kontrast, Auto-Farbton und Auto-Farbe. Bisher hat jedes Bild nach diesen drei Schritten besser (realistischer) ausgesehen als vorher. Also mache ich das für alle Bilder. Nach diesen drei Schritten sind die Bilder aber oft zu dunkel. Deshalb helle ich sie mit der manuellen Funktion Tonwert-Korrektur wieder auf. Hier kann ich selektiv die mittleren Töne oder die helleren Töne verändern. Das ist eine sehr mächtige Funktion und die Resultate sind verblüffend. Zuletzt wird noch die Farbbalance eingestellt. An jedem Schieber wird hin- und herbewegt, bis der optische Eindruck möglichst gut ist. Zum Glück habe ich einen sehr schnellen Compi, sodass die aktuellen Einstellungen immer sofort sichtbar werden.

4) Dreck wegputzen: Das ist der aufwändigste Schritt. Vor allem sehr alte Dias enthalten viele störende Partikel (Haare, Staub, Pilze, Bakterien, etc.). Wegen der feinen Scan-Auflösung sieht man diese unerwünschten Gebilde oft sehr scharf und deutlich. Diese putze ich mit dem Bereichsreparatur-Pinsel weg. Dazu muss die Pinselgrösse oft verstellt werden oder es muss in bestimmte Bildbereiche eingezoomt werden. Für diesen Schritt wende ich je nach Verschmutzungsgrad pro Bild jeweils etwa zwei bis zehn Minuten auf. Bei ganz interessanten Bildern treibe ich etwas mehr Aufwand als bei eher durchschnittlichen.

An den untenstehenden Beispielen sieht man, was man mit Bildbearbeitung erreichen kann. Die Ergebnisse aller vier Schritte sind zum Teil deutlich sichtbar. Die bearbeiteten Bilder sind mit Sicherheit der Realität näher als die unbearbeiteten. Damit rechtfertigt sich die Bearbeitung und die aufgewante Zeit auf jeden Fall.

Was nach der Bearbeitung vorhanden ist, sind immer noch JPG-Dateien mit einer Auflösung von ca. 4'250 x 2'760 Pixel, welche ca. 2 MB Platz in Anspruch nehmen. Für mich archiviere ich diese Version der Dateien. Man weiss ja nie, ob man für irgendeinen Zweck fein aufgelöste Bilder brauchten kann. Neuerdings archiviere ich auch die unbearbeitete Version direkt nach dem Scannen.

Die 2 MB pro Bild-Datei sind natürlich für's Internet viel zu gross, weil sie für die Betrachter der Website sehr viel Datenverkehr und damit je nach Art des Internet-Zuganges hohe Ladezeiten verursachen könnten. Also reduziere ich die Auflösung wieder, bevor ich die Bilder auf den Webserver hochlade. Ich verwende zwei verschiedene Auflösungen: Die Bilder für die Normal-Ansicht haben 800 Pixel in der grösseren der beiden Dimensionen (also Breite für quergestellte, bzw. Höhe für hochgestellte Bilder). In der höheren Auflösung sind die Bilder genau doppelt so gross pro Dimension (1'600 Pixel für die grössere der beiden Dimensionen), also viermal so gross für die Fläche. Die Bilder mit der kleineren (800) Auflösung benötigen ca. 80 kB und die mit der höheren (1'600) ca. 270 kB an Platz auf dem Webserver.

Unbearbeitetes Bild (direkt nach dem Scannen)

Mit Adobe Photoshop bearbeitetes Bild

Unbearbeitetes Bild (direkt nach dem Scannen)

Mit Adobe Photoshop bearbeitetes Bild

Unbearbeitetes Bild (direkt nach dem Scannen)

Mit Adobe Photoshop bearbeitetes Bild

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